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Derzeit geplante Tauchkurse:
Beginnend mit April 2008:
Open Water Diver
Spezialkurse
Mehr Infos dazu findest du hier...
Diverse Informationen:
Druckkammer
im AKH Wien derzeit geschlossen!
Wie ich erfahren musste, ist die Druckkammer im Allgemeinen Krankenhaus Wien still und heimlich geschlossen worden. Niemand wurde informiert und wie ich verifizieren konnte, ist somit die letzte noch verbleibende Druckkammer in Wien nunmehr ebenfalls nicht mehr in Betrieb. Laut Auskunft des diensthabenden Arztes fehlte derzeit die Genehmigung für den Betrieb. Wann wieder mit solchen zu rechnen sei, konnte niemand sagen. Dadurch gilt ab sofort, dass bei allen Tauchunfällen bei der einen Druckbehandlung notwendig wird im Osten Österreichs nur mehr die Druckkammer im Landeskrankenhaus Graz, Universitätsklinikum, Klinische Abteilung für Thorax- und Hyperbare Medizin, Auenbrugger Platz 29, 8036 Graz, Tel: +43/316/385/2803 oder 2205 zuständig ist. www.klinikum-graz.at (Quelle: Nullzeit-Magazin Nr.2, März 2008, www.nullzeit.at)
Ein interessanter Link zum
Ambulatorium für Tauch- und Hyperbarmedizin - Hütteldorferstr. 260 - 1140 Wien - Tel. +43 (0)1 / 914 4700 - info@amber-medicals.at ist folgender:
www.amber-medicals.at
Danke Brigitta aus Traiskirchen für diesen wichtigen Hinweis!
CE
Normen für Taucher
Dank der nicht zu übertreffenden Unterstützung von Dr. Peter
Jonas vom österreichischen Normungsinstitut, der die Sekretariatsarbeit geleistet
hat, ist Martin Denison’s Arbeit als Vorsitzender des europäischen Normungsausschusses
für Tauchausbildungen nun vorerst abgeschlossen. Alle 6 Normen wurden von den
EU-Staaten mit überwältigender Mehrheit akzeptiert und die ersten 3 sind bereits
in allen EU-Ländern in Kraft. Die weiteren 3 werden demnächst folgen. Die 3
Normen
(ÖNORM EN 14153 Teil -1 bis -3 „Dienstleistungen des Freizeittauchens – Sicherheitsrelevante
Mindestanforderungen an die Ausbildung von Freizeit-Gerätetauchern“, ÖNORM EN
14413 Teil -1 bis -3 „Dienstleistungen des Freizeittauchens – Sicherheitsrelevante
Mindestanforderungen an die Ausbildung von Tauchausbildern, ÖNORM EN 14467 Recreational diving services – Requirements for
recreational scuba diving service providers (Entwurf) ) sind bereits
im Österreichischen Normungsinstitut (www.on-norm.at)
erhältlich.
Halbe Maximaltiefe für einen zusätzlichen Sicherheitsstopp (Stand Herbst 2004.)
EIN TIEFENSTOPP WÄHREND DES AUFSTIEGS AUS 25 METERN KONNTE DIE HÄUFIGKEIT VON NEUROLOGISCHER DCI BEIM SPORTTAUCHEN DEUTLICH SENKEN!
Von Peter B. Bennett, Ph.D., D.Sc., Dr. med. Alessandro Marroni, Dr. med. Frans J. Cronje. International DAN.
Obwohl die Dekompressionstabellen in den vergangenen zwanzig
Jahren erheblich abgeändert wurden, die Aufstiegsverfahren und die Algorithmen
zur Dekompressionsberechnung, die in Tabellen und Tauchcomputern Verwendung
finden, in den vergangenen vierzig Jahren, in denen das Tauchen zu einem sehr
verbreiteten Sport wurde, immer wieder modifiziert und verbessert wurden,
und trotz der inzwischen überwiegenden Verwendung von Tauchcomputern, wovon
viele nun deutlich weniger Zeit auf Tiefe zulassen als die ursprünglichen U.S. Navy Tabellen, hat sich die Häufigkeit neurologischer
Dekompressions-Erkrankungen nur sehr geringfügig.
Das kann dem derzeit üblichen Tauchverhalten zugeschrieben werden: d.h. Faktoren
wie Aufstiegsgeschwindigkeit und Dekompressionsstopps auf geringen Tiefen,
die den schnellen Geweben offenkundig nicht genügend Zeit geben, um während
der kritischen Tauchgangsphasen genügend Stickstoff abzugeben, so dass sich
im Anschluss Blasen bilden und DCI (Decompression Illness) verursachen. Die
Häufigkeit von Dekompressions-Erkrankungen und die Verteilung in Bezug auf Geschlecht, Alter und Ausbildungsstand
der Taucher bleibt konstant, unabhängig davon, welche Computer oder Tabellen
verwendet werden. Das Problem scheint eine zu kurze Dauer des Aufstiegs zu
sein; das ist der einzige Parameter, der in den letzten vierzig Jahren kaum
verändert wurde und entsprechend der eigentliche Faktor sein könnte, der die
Häufigkeit von Dekompressionskrankheiten bedingt.
Dazu passen auch die früheren Richtlinien über Aufstiegsgeschwindigkeiten.
Zum Beispiel setzte im 19. Jahrhundert der französischer Physiologe Paul Bert eine Aufstiegsgeschwindigkeit von 1 m/min an,
1907 empfahl der englische Physiologe Haldane
Aufstiegsgeschwindigkeiten zwischen 1,5 und 9 m/min. Von 1920 - 57
wurde eine Aufstiegsgeschwindigkeit von 7,5 m/min empfohlen. Dann, 1958, wurde während der Ausarbeitung des U.S. Navy Diving Manuals die zu empfehlende
Aufstiegsgeschwindigkeit in Frage gestellt. Cdr.
Fane vom West Coast Underwater Demolition
Team wünschte sich für seine Froschmänner Aufstiegsgeschwindigkeiten
von 30 m/min oder mehr. Im Gegensatz dazu betrachteten das die Helmtaucher
als nicht praktikabel, da ihre Taucher gewohnt waren, mit ihren schweren Anzügen
entlang einer Leine mit 9 m/min aufzutauchen. Also einigte man sich als Kompromiss
auf 18m/min (60 ft/min , woraus sich auch der praktische Wert von 1 ft/sec
ergab). Also gabe die U.S. Navy Tabellen zwischen 1957 und 1993 durchgehend
eine Aufstiegsgeschwindigkeit von 18m/min vor, die auf dieser rein empirischen
Entscheidung beruhte. Viele Sporttauchtabellen und sogar die früheren
Tauchcomputer folgten diesem Beispiel. Seit einigen Jahren wurde auf 9m/min
verlangsamt und ein empfohlener Sicherheitsstopp von 3-5min auf 4,5-6m eingeführt.
Aber auch das bringt den Taucher ziemlich schnell zur Oberfläche, oftmals
nach 30-60 min auf Tiefe.
Die DCS-Zahlen im DAN Amerika Jahresbericht über Tauchunfälle und tödliche
Tauchunfälle zeigen durchschnittlich 25 % DCS Typ I (nur Schmerzen oder Hautausschlag),
64,95 % DCS Typ II (neurologisch) and 9,8 % AGE (Gasembolie). Das bedeutet,
dass bei Sporttauchern die meisten Unfälle vor allem neurologische Symptome
aufweisen, statt einer reinen Schmerzsymptomatik, und ihren Ursprung wahrscheinlich
im Gehirn oder Rückenmark haben, statt im Bindegewebe der Gelenke.
Die Wirksamkeit von Dekompressionsstopps zur Verringerung des DCI-Risikos
wurde durch den schottischen Physiologen John Scott Haldane nachgewiesen.
In der Haldane'schen Dekompressionstheorie von 1906 wurde die Aufnahme
und Abgabe gelösten Gases durch Verwendung von fünf „Gewebe-"Exponentialgrößen
vereinfacht dargestellt. Dies wurde später von der U.S. Navy in sieben Gewebe,
d.h. Gewebehalbzeiten von 5, 10, 15, 20, 40, 80 und 120 Minuten abgeändert.
Zu dieser Zeit wurden so genannte schnelle Gewebe mit Stickstoff Gewebehalbzeiten
von 5, 10, 15 und 20 Minuten und langsame Gewebe mit Halbzeiten von 40, 60
und 120 Minuten festgestellt (Halbzeit bedeutet die Zeit, die ein Gewebe braucht,
um sich zur Hälfte mit Stickstoff zu sättigen; d.h. die vollständige Sättigung
dauert ca. sechs Halbzeiten).
Die Hypothese war, dass der überschüssige Stickstoff, der sich während eines
Tauchgangs in dieses Geweben löste, während des Aufstiegs im Kreislauf Blasen
bilden könne, mit daraus resultierenden Anzeichen und Symptomen einer DCI.
Da davon ausgegangen wurde, dass die „schnellen Gewebe” Gas schnell
aufnehmen und wieder abgeben können, nahm man allgemein an, dass DCS durch
Übersättigung in den „langsamen Gewebe-” Exponenten bedingt ist.
Folglich konzentrierten sich die Tabellenstrategien auf das Hinzufügen oder
Abändern der Parameter für die langsamen Gewebe. In den Dekompressionsalgorithmen
von Bühlmann landete man schließlich bei 16 Gewebehalbzeiten zwischen 4 und
635 Minuten. Aber es kam immer noch zu DCS und eine Frage blieb offen: warum?
In der Vergangenheit beruhte daher die Mehrzahl aller Versuche, DCI zu vermeiden,
auf HaIdanes These, dessen Berechnungen von einer Gewebehalbzeit von 5 Minuten
ausgingen; diese wurde bei den späteren mathematischen Studien durch die U.S.
Navy auf 6 Minuten verlängert.
Obwohl das mathematische Konzept der „Gewebe” bzw. „Kompartimente”,
das bei der Erstellung der Austauchtabellen verwendet wird, nie dazu gedacht
war, echte anatomisch Gewebe wiederzuspiegeln, wissen wir doch, dass bestimmte
Teile des Körpers schneller auf Gasdruckveränderungen reagieren als andere.
Entsprechend stellen „schnelle” Gewebe mit 5, 10 oder 20-minütigen Halbzeiten
wahrscheinlich das Blut und das stark durchblutete Nervengewebe von Rückenmark
und Gehirn dar. Das Bindegewebe der Gelenke ist hingegen schwach durchblutet
und benötigt viel mehr Zeit - vielleicht Halbzeiten von 40, 80 oder 120 Minuten
- um Gas aufzunehmen und eine ausreichende Übersättigung zu erlangen, um beim
Aufstieg Blasen zu bilden.
Mathematisch gesehen sind sechs Halbzeiten erforderlich, um ein gegebenes
„Gewebe” bzw. „Kompartiment” mit gelöstem Inertgas zu
sättigen. Demnach ist das schnelle „5-Minuten Gewebe” in Tabelle
1 nach 30 Minuten zu 99 % gesättigt, wohin gegen das langsame „60-Minuten
Gewebe" 360 Minuten benötigt,
um zu 99 % gesättigt zu sein.
| Gewebehalbzeit 5 min (schnell) |
Gewebehalbzeit 60 min (langsam) |
||
| 5 min |
50,0% gesättigt |
60 min |
50,0% gesättigt |
| 10 min |
75,0% gesättigt |
120 min |
75,0% gesättigt |
| 15 min |
87,5% gesättigt |
180 min |
87,5% gesättigt |
| 20 min |
93,8% gesättigt |
240 min |
93,8% gesättigt |
| 25 min |
97,0% gesättigt |
300 min |
97,0% gesättigt |
| 30 min |
99,0% gesättigt |
360 min |
99,0% gesättigt |
| Für die vollständige Entsättigung brauchen dieGewebe ebenso lange oder länger! |
|||
Tabelle 1 - Gewebehalbwertszeiten
Bei einem Tauchgang von 25 Minuten auf 30 m (Tabelle 2) -
ein typischer Sporttauchgang - wären die Gewebe, in denen sich am meisten
Inertgas ansammelt, das schnell sättigende Blut und Nervengewebe (5, 10 und
möglicherweise 20 Minuten) in Rückenmark und Gehirn. Durch die relativ schnelle
Aufstiegsgeschwindigkeit zur Oberfläche (18 m/min oder auch 6 m/min) hat das
Gas nicht genügend Zeit, um ohne erhebliche Übersättigung, mit einhergehender
Blasenbildung, abgebaut zu werden. Diese Übersättigung ist wahrscheinlich
im Blut, und, was noch wichtiger ist, im Rückenmark nachweisbar. Das Sporttauchen
belastet die schnellen Gewebe stärker als die langsamen (siehe Tabelle 2)
und die Art der entstehenden Schädigungen unterstützt diese Aussage.
|
Aufstiegsgeschwindigkeit |
Haldane Gewebegasspannung 1/2 Zeiten |
||||
|
|
5 min |
10 min |
20 min |
40 min |
80 min |
| A. 18 m/min |
68 |
62 |
45 |
28 |
15 |
| B. 6 m/min |
56 |
56 |
44 |
28 |
16 |
| C. 18 m/min und |
50 |
53 |
42 |
27 |
15 |
| D. 5 min auf 6 m |
42 |
48 |
40 |
27 |
15 |
| E. 3 min auf 3 m |
48 |
51 |
41 |
27 |
15 |
| F 5 min auf 3 m |
38 |
46 |
39 |
26 |
15 |
Tabelle 2 Modell Inertgas-Gewebespannungen bei 25 min. / 30 m Tauchgang
Interessanterweise, und nicht unbedingt selbstverständlicherweise,
scheint ein Stopp mit relativ hoher Aufstiegsgeschwindigkeit Inertgas wirkungsvoller
abzubauen als eine sehr langsame Aufstiegsgeschwindigkeit. Tabelle 2 ist zu
entnehmen, dass ein 5-min. Stopp unter Wasser sehr viel wirkungsvoller ist
als die bloße Verlangsamung der Aufstiegsgeschwindigkeit, obwohl die Gesamtdauer
des Aufstiegs immer noch sehr kurz ist und sich kaum unterscheidet
(6,6 Minuten gegenüber 5 Minuten). Doch wir wissen, dass das Rückenmark eine
Halbwertzeit von 12,5 Minuten hat. Auch 6,6 Minuten sind keine ausreichende
Aufstiegsdauer für das Rückenmark, das dann fast vollständig gesättigt ist
( vergleiche Tabelle 1).
Bei 9 m/min, der heute üblicheren Aufstiegsgeschwindigkeit,
und einem 5-Minuten-Stopp auf 6 m beträgt die Aufstiegsdauer aus 30 m etwa
8 Minuten, was schon besser ist, aber immer noch deutlich weniger als die
12,5 min. Halbwertzeit des Rückenmarks (wobei noch nicht einmal berücksichtigt
wird, dass die Gasabgabe langsamer abläuft als die Gasaufnahme). Eine plausible Alternative
könnte es daher sein, mit 9 m/min aufzusteigen, aber etwa auf halber Tiefe
(hier: 15 m) einen zusätzlichen „Haldane'schen„ Stopp
von 5 Minuten Dauer einzulegen, so dass sich eine Gesamtdauer von 13,3 Minuten
ergibt.[1]
1906 stellte Haldane die Theorie auf, dass Taucher bis zu einer Tiefe entsprechend
dem halben absoluten Druck ihrer erreichten Maximaltiefe schnell aufsteigen
könnten, ohne DCS zu bekommen - das sog. 2:1 Modell. Diese Methode wurde als
stufenweise Dekompression bekannt. Sir Leonard Hill vertrat die Theorie,
dass die Dekompression als linearer Aufstieg zur Oberfläche erfolgen sollte;
er hatte starke Vorbehalte gegen Haldanes Ansatz. Letztlich konnte Haldane aber
an Ziegen nachweisen, dass ein langsamer linearer Aufstieg nicht nur wirkungslos,
sondern unsicher war; beim Erreichen der Oberfläche war noch zu viel Stickstoff
vorhanden, was regelmäßig zu DCS führte. Der tiefe Stopp war für die Tauchsicherheit
erforderlich.
Die Ergebnisse aus der Analyse der großen Taucherfahrung der U.S. Navy
deuteten an, dass die langsamen Gewebe Stickstoff ansammeln, auf diese Weise
als Speicher für gelöstes Gas dienen und damit die wichtigste Steuerung für
Dekompressionssymptome darstellen.
Daraus ergab sich die Idee, die schnellen Gewebe vor Übersättigung
zu schützen, indem man der Berechnung Gewebe mit viel längeren Halbzeiten
hinzufügte, wie in den Bühlmann Tabellen, die als Algorithmen in einigen der
jüngeren Tauchcomputer verwendet werden, und für die insgesamt 16 Gewebe berücksichtigt
werden, von denen das langsamste eine Halbzeit von 635 Minuten hat.
Im Anschluss an die U.S. Navy Studien wurde mehrere Jahrzehnte lang empirisch
bei Tauchgängen innerhalb der Nullzeit ein Aufstiegsmodell ohne Stopps und
mit einer Aufstiegsgeschwindigkeit von 18 m/min angewandt.
In jüngerer Zeit wurde zur Senkung der DCI-Häufigkeit beim Sporttauchen die
Aufstiegsgeschwindigkeit auf nur 9 m/min verlangsamt und ein so genannter
„Sicherheitsstopp” von 3 - 5 Minuten auf 5 Meter Tiefe eingeführt, aber das
reichte immer noch nicht aus, um Dekompressionsunfälle vollständig zu eliminieren.
Bei einem 25-minütigen Tauchgang auf 30 m erreichen die Gewebekompartimente
mit Halbzeiten von 5 und 10 Minuten einen hohen Sättigungsgrad und die ursprüngliche
Haldane-Tabelle schrieb für einen Tauchgang dieser Art einen Stopp auf 9,
6 und 3 m und eine Gesamtaufstiegsdauer von 19 Minuten vor.
Mit den heute üblichen Vorgehensweisen, die, wie wir bereits
gesehen haben, eine Aufstiegsgeschwindigkeit von 9 m/min und einen dreiminütigen
Sicherheitsstopp auf 5 Metern beinhalten, würde ein Sporttaucher hingegen
tatsächlich nur etwa 6 - 7 Minuten bis zum Erreichen der Oberfläche brauchen.
Das könnte somit in bestimmten Fällen eine zu kurze Zeit bedeuten, um die
Entsättigung der schnellen Gewebe zu ermöglichen, die in der Zwischenzeit
einen erhöhten Sättigungsgrad erreicht hätten.
Die bei der Rettung von Sporttauchern gesammelten Erfahrungen zeigen, dass
65 % der DCI Fälle neurologischer Art sind, d.h. es handelt sich um Fälle,
in denen das Rückenmark betroffen ist, ein Gewebe mit einer Halbzeit von nur
12,5 Minuten. Um die Entsättigung dieser kritischen Gewebe zu ermöglichen
und neurologische DCI zu vermeiden, sind daher längere Aufstiegszeiten erforderlich.
Die Analyse der von Perlentauchern gesammelten Erfahrungen und, aus jüngerer
Zeit, der Erfahrungen so genannter „Tech-Taucher”, die bei ihren Tauchgängen
wieder Tiefenstopps durchführen, deutet darauf hin, dass der Stopp definitiv
von Nutzen ist.
Warum machen wir dann heute aus 30 Metern
und mehr bis zur Oberfläche einen praktisch direkten Aufstieg? Seither haben
sich manche für einen kurzen Stopp auf 6 m ausgesprochen, aber dieser dauert
selten länger als 3 Minuten. Mit diesem Sir
Leonard Hill Dekompressionsschema ist DCS eigentlich
zu erwarten. Der Grund für diese Anomalie in der Geschichte der Dekompression
ist, dass die U.S. Navy zu der Annahme gelangte, dass die schnellen Gewebe
tatsächlich ein Verhältnis von bis zu 4:1 vertragen könnten. Das würde bedeuten,
dass man aus 30 m bis zur Oberfläche ohne Dekompression aufsteigen könnte.
Für die handverlesenen Navy Taucher schienen so schnelle Dekompressionen auch
kein allzu großes Problem darzustellen. Als aber Sporttaucher begannen, diese
Tabellen zu benutzen, kam es zu einem rapiden Anstieg der DCS-Fälle - vorrangig
neurologischen Typs. Seit damals haben sich verschiedene empirische Strategien
entwickelt, einschließlich - vor relativ kurzer Zeit - der Sicherheitsstopp
auf 5 - 6 Metern. Das bisher Gesagte legt den Schluss nahe, dass der flache
Stopp zu wenig und zu spät ist, und dass ein zusätzlicher Tiefenstopp tatsächlich
nötig sein könnte, um die DCS-Häufigkeit in den schnellen Geweben zu verringern.
Das brächte uns wieder näher an das ursprüngliche 2:1 Modell von Haldane heran,
das für die von Sporttauchern üblicherweise unternommenen tiefen, kurzen Tauchgänge
angemessener erscheint.
DAN wollte daher die Hypothese überprüfen, dass ein „Tiefenstopp” zur
Vermeidung neurologischer DCI beim Sporttauchen wirkungsvoll sein könnte und
führte eine vorläufige Studie mit 22 freiwilligen Tauchern durch, um die Wirkung
verschiedener Aufstiegsgeschwindigkeiten und tiefer Dekompressionsstopps auf
die Blasenbildung im Kreislauf zu untersuchen. Dazu wurde der Blasenanfall
mit einem Dopplergerät gemessen und mit den von den Tauchcomputern vorhergesagten
Gewebesättigungen verglichen.
Professor Marroni untersuchte 1418 Sporttauchgänge,
die im Rahmen des DAN Forschungsprogramms - Project Safe Dive - von freiwilligen italienischen Sporttauchern durchgeführt
wurden. Bei normalen Tauchgängen stellte er mit Hilfe verblendeter „Black Box” Tauchcomputer und durch das Aufzeichnen
von Doppler Blasenmessungen alle 75 - 90 Minuten, fest, dass die Aufstiegsgeschwindigkeit,
die Gesamtdauer des Aufstiegs und die Übersättigung der schnellen Gewebe für
die höchsten Blasengrade verantwortlich sind, und damit wohl auch für DCS
bei Sporttauchern[2].
Durchgeführt wurde eine Serie von zwei aufeinander folgenden 25 m Tauchgängen,
der erste mit 25 Minuten Dauer, der zweite mit 20 Minuten Dauer, getrennt
durch eine Oberflächenpause von 3 Stunden 30 Minuten. Die Tauchgangsserien
lagen mindestens 7 Tage auseinander.
Bei diesen Tauchgängen folgten die Taucher acht verschiedenen Aufstiegsprofilen,
die nach folgendem Schema geplant wurden:
Aufstiegsgeschwindigkeiten von 3, 10 bzw. 18 m/min wurden der Reihe nach mit
einem direkten Aufstieg ohne Stopp (außer bei der Aufstiegsgeschwindigkeit
von 18 m/min, da DAN hier einen direkten Aufstieg für zu riskant hielt); mit
nur einem Stopp auf 6 Metern; und mit Stopps auf 15 und 6 Metern kombiniert,
woraus sich insgesamt acht verschiedene Profile ergaben ( siehe Tabelle 3
mit Details der Tauchgänge, die freiwillige Taucher mit Aufstiegsgeschwindigkeiten
von 3, 10 und 18 m/min, mit und ohne Stopps durchführten). Tabelle 3 zeigt
die Ergebnisse der Mann-Tauchgänge.
|
Aufstiegsgeschwindigkeit |
Stopp
|
Durchschnittliche Sättigung (%) des 5 Minuten-Gewebes |
Durchschnittliche Sättigung (%) des 10 Minuten-Gewebes |
BSI (ESS,SS) |
Gesamtdauer des Aufstiegs (min) |
|
3 m/min (Profil 2) |
Kein Stopp |
48 |
75 |
8,78 / 9,97 |
8 |
|
3 m/min (Profil 5) |
6 m/5 min |
30 |
60 |
8,10 / 10,04 |
13 |
|
3 m/min (Profil 8) |
15+6 m/5 min |
22 |
49 |
3,50 / 4,53 |
18 |
|
10 m/min (Profil 1) |
Kein Stopp |
61 |
82 |
7,51 / 8,46 |
2,5 |
|
10 m/min (Profil 4) |
6 m/5 min |
43 |
65 |
5,39 / 7,07 |
7,5 |
|
10 m/min (Profil 6) |
15+6 m/5 min |
25 |
52 |
1,79 / 2,50 |
12,5 |
|
18 m/min (Profil 3) |
6 m/5 min |
42 |
60 |
7,41 / 8,78 |
6,5 |
|
18 m/min (Profil 7) |
15+6 m/5 min |
28 |
55 |
3,25 / 4,64 |
11,5 |
Tabelle 3- Sättigung der schellen Gewebe und Blasenzahlen nach den verschiedenen Tauchgangsprofilen
Bei diesen normalen Sporttauchgängen wurden die Taucher mit
einer so genannten „Black Box” überwacht - einem Tauchcomputer mit verdecktem
Display, so dass die Taucher die Anzeigen nicht sehen und die aufgezeichneten
Daten nicht beeinflussen konnten.
Die verwendeten Uwatec ZH-L8ADT (Black Box)
Computer ermöglichten eine Einschätzung der Stickstoffmenge im zum Herzen
zurückfließenden Blut und welcher maximale Stickstoffpartialdruck in den einzelnen
Gewebekompartimenten zu jedem gegebenen Zeitpunkt herrschte. Dieser wurde
als führender Stickstoffpartialdruck im Gewebe bzw. kritische Stickstoffspannung bezeichnet.
Nach jedem Tauchgang wurde die Anzahl der Blasen im Kreislauf mittels
präkordialer Dopplermessung aufgezeichnet. Diese Messungen wurden mindestens
alle 15 Minuten in den ersten 90 Minuten nach dem Tauchgang und bis zu 48
Stunden nach dem letzten Tauchgang durchgeführt.
Genau wie bei anderen solchen Dopplerstudien erschienen die präkordialen Doppler
Blasensignale erst noch 30 oder 40 Minuten nach dem Auftauchen.
Nach dem zweiten Tauchgang wurden in 85 % der untersuchten Fälle Blasen festgestellt.
Davon wurden 18 % als Blasen entsprechend der unteren Werte der Spencer Skala,
d.h. Grad 1 - 2, eingestuft, aber 67 % waren höhere Blasengrade (entsprechend
3 - 4 auf der Spencer Skala).
Um einen spezifischen Indikator für die Dekompressionsbelastung zu bestimmen,
wurde für jedes experimentelle Tauchgangsprofil (erster Tauchgang, dann Wiederholungstauchgang)
auch ein „Bubble Score Index” (BSI, – Blasenzahlenindex) definiert.
In Übereinstimmung mit den oben ausgeführten Hypothesen wurde also festgestellt,
dass das Vorhandensein von Blasen in direktem Zusammenhang mit überschüssigem
Gas in den Geweben mit schnellen bis mittleren Halbwertzeiten steht. Je größer
die Übersättigung der schnellen Gewebe war, umso schlimmer wurden die Blasen.
Andererseits wurde festgestellt, dass auch bei Wiederholungstauchgängen Blasen
vermieden werden konnten, wenn der Stickstoff des führenden Gewebes auf unter
80 % des zulässigen M-Werts (d.h. der als sicher berechnete Stickstoffpartialdruck,
der sicher zugelassen werden kann), oder auf unter 1100 mbar (1 bar =
Oberflächendruck) gehalten wird. In der Praxis konnte das durch Einführung
eines zusätzlichen Tiefenstopps erreicht werden. Durch diese einfache Methode
wurde die Dauer des Aufstiegs, ohne Änderung des Aufstiegsgeschwindigkeit,
von 11,2 Minuten auf 18,55 Minuten verlängert, und die vorherigen 30,5
% Häufigkeit, in denen es zu hohen Blasengraden kam, sank auf Null.
Internationale DAN Studien haben
diese Hypothesen kürzlich klar bestätigt: 15 italienische Taucher wurden in
eine Studie aufgenommen, jeder bekam 8 mögliche Kombinationen von Aufstiegsgeschwindigkeiten
und entweder einen flachen Stopp oder einen tiefen und einen flachen Stopp.
Die Ersttauchgänge führten auf 25 m und dauerten 25 Minuten, mit einer anschließenden
Oberflächenpause von 3 Std. 30 Min., gefolgt von einem Wiederholungstauchgang
auf 25 m mit einer Dauer von 20 Minuten. Die Aufstiegsgeschwindigkeiten betrugen
18, 10 und 3 m/min. Tabelle 4 zeigt die Matrix der experimentellen Tauchgangsprofile.
| Profil |
Tiefe (m) |
Dauer (min) |
Aufstiegsgeschwindigkeit
|
Stopp auf 5 m |
Stopp auf 6 m |
Gesamtdauer des Aufstiegs(min) |
| 1 |
25 |
25 |
10 |
0 |
0 |
2.5 |
| 1 R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
10 |
0 |
0 |
2.5 |
| 2 |
25 |
25 |
3 |
0 |
0 |
8 |
| 2R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
3 |
0 |
0 |
8 |
| 3 |
25 |
25 |
18 |
0 |
5 |
6.5 |
| 3R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
18 |
0 |
5 |
6.5 |
| 4 |
25 |
25 |
10 |
0 |
5 |
7.5 |
| 4R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
10 |
0 |
5 |
7.5 |
| 5 |
25 |
25 |
3 |
0 |
5 |
13 |
| 5R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
3 |
0 |
5 |
13 |
| 6 |
25 |
25 |
10 |
5 |
5 |
12.5 |
| 6R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
10 |
5 |
5 |
12.5 |
| 7 |
25 |
25 |
18 |
5 |
5 |
11.5 |
| 7R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
18 |
5 |
5 |
11.5 |
| 8 |
25 |
25 |
3 |
5 |
5 |
18 |
| 8R (Wh.-TG) |
25 |
20 |
3 |
5 |
5 |
18 |
Tabelle 4 Matrix der experimentellen Tauchgangsprofile
Die eindeutig beste Dekompression lieferte Profil 6. Mit
einer Aufstiegsgeschwindigkeit von 10 m/min und zwei Stopps auf 15 m und 6
m wies dieses Profil die niedrigste Gasspannung (Sättigung des 5-Minuten Gewebes
25 %) und mit 1,76 den niedrigsten Blasengrad auf. Den nächstbesten Aufstieg
lieferte Profil 8, mit den selben Stopps, aber einer langsameren Aufstiegsgeschwindigkeit
von 3 m/min.
Das Konzept des „Tiefenstopps” tauchte in der Geschichte des Tauchens immer
wieder auf. Brian Hills beobachtete,
dass australische Perlentaucher, bei denen
es zuvor an Orten wie Broome und Thursday
Islang viele Todesfälle und
schwere DCS gegeben hatte, schließlich ihre
eigene Dekompressionsmethode ausarbeiteten, um dem ein Ende zu machen. Das
ganze Geheimnis ihres Erfolges war, empirisch einen tieferen ersten Stopp
einzuführen.
In jüngerer Zeit haben auch technische Sporttaucher eigene Dekompressionsmethoden
erarbeitet, aus denen sich für die Berechnung so genannte „Blasenmodelle”
entwickelten. Das Wienke Reduced Gradient Bubble Model (RGBM - Reduzierter Blasengrad Modell) und das Yount Variable Permeability Model (VPM - Variable Permeabilität Modell) versuchen
beide vorherzusagen, wann sich Blasen bilden und berechnen dann Dekompressionen,
die die Blasenbildung vor dem Erreichen der Oberfläche verhindern[3].
NAUI Tech-Taucher haben das Wienke RGBM Modell ziemlich ausgiebig eingesetzt
und es wurde kein DCS-Fall verzeichnet. Diese Daten und die Ergebnisse dieser
IDAN Studie an Tauchern wurden Anfang 2003 bei einem NAUI Workshop in Florida
diskutiert. Als Ergebnis regte NAUI nun an, dass ein Tiefenstopp gut auch
beim Sporttauchen eingeführt werden könne, und zwar solle auf halber Tiefe
ein 1-minütiger Stopp durchgeführt werden, gefolgt von einem 2-minütigen Sicherheitsstopp
auf 5 - 6 m, statt der derzeit empfohlenen
3 Minuten. Wir testen dieses Konzept derzeit mit unseren italienischen Forschungstauchteams.
Die International DAN Studie über
Tiefenstopps läuft weiter. Weitere Forschungsgebiete beinhalten die Verkürzung
des Tiefenstopps und möglicherweise den routinemäßigen Einsatz von Nitrox
und / oder Sauerstoff beim flachen Stopp - wie dies die Perlentaucher schon
seit einigen Jahren und die heutigen Tech-Taucher tun.
Das Geheimnis des Tiefenstopps liegt im Paradigmenwandel zwischen „die Blase
bekämpfen” und „die Blase behandeln”. Ersteres verwendet den Tiefenstopp,
um sicherzustellen, dass die kritische Gasüberspannung in den schnellen Geweben
nicht überschritten wird und hindert die Blasen daran, auf Tiefe überhaupt zu
entstehen. Der lange Aufstieg bis zum 6
m Stopp, wie er derzeit durchgeführt
wird, fällt unter „Behandeln der Blase”; wir wissen, dass diese Vorgehensweise
30 % „stille
Blasen” an der Oberfläche hervorruft, die als Anzechen für potentielle DCS
gelten können.
Das fehlende Glied in dieser Forschung ist die unbekannte Beziehung
zwischen den mit dem Doppler feststellbaren Blasen und neurologischer DCS.
Unsere derzeitige Hoffnung ist, dass wir durch das Eliminieren der 30% so genannter stiller Blasen im Herzen
auch ihr Auftreten im Rückenmark verhindern können. DAN Research wird in dieser
Hinsicht weiterforschen.
Zusammenfassend kann gesagt werden:
In Übereinstimmung mit der aufgestellten Hypothese wurde gezeigt, dass das
Vorhandensein von Blasen in direktem Zusammenhang mit der kritischen Übersättigung
der schnelleren Gewebe steht, d.h. mit Halbzeiten zwischen 5 und 20 Minuten,
statt mit der der langsameren Gewebe, und dass es genau die schnelleren Gewebe
sind, die in der Aufstiegsphase von entscheidender Bedeutung sind; je schneller
das Gewebe (d.h. 5 mehr als 10 Minuten, 10 mehr als 20 Minuten) desto mehr
Blasen werden festgestellt.
Während der Studie wurden keine DCS-Symptome nachgewiesen.
Die höchste bei jeder Tauchgangsserie aufgezeichnete Blasenzahl stammte von
dem direkten Aufstieg ohne Stopp, während die geringsten Zahlen bei den Aufstiegen
mit einer Geschwindigkeit von 10 m/min und Stopps auf 15 und 6 m Tiefe gemessen
wurden.
Die Einführung eines Stopps auf 15 m scheint den Grad der Dekompressionsbelastung
der Gewebekompartimente deutlich zu senken; dies zeigt sich in den vom Dopplersystem
aufgezeichneten Blasenzahlen ebenso wie in der vom Tauchcomputer für die Gewebe
mit einer Halbzeit von 5 bzw. 10 Minuten geschätzten Gasspannungen im Gewebe.
Auf diese Weise konnte bestätigt werden, dass das Durchführen eines Tiefenstopps
und eines Stopps auf flacherer Tiefe zur Vermeidung einer Übersättigung der
schnelleren Gewebe die Dekompressionsbelastung senkt und geringere Blasengrade
ergibt, als die mit Dopplersystem sowohl bei direkten Aufstiegen als auch
mit einem einzelnen Stopp auf geringer Tiefe gemessenen.
Auch wenn sowohl die Variationen der Aufstiegsgeschwindigkeit als auch der
Sicherheitsstopps individuelle Veränderungen in den bei den Tauchern festgestellten
Blasengraden bewirken, wie Tabelle 5 deutlich zeigt, wurden die geringsten
Zahlen doch nur durch einen zusätzlichen Tiefenstopp von 5 Minuten auf 15
Metern erzielt (Profil 6).
|
Tauchgangsprofile |
BSI (ESS/SS) |
%
|
%
|
%
|
%
|
|
1-1R |
7,51/8,46 |
9,7 |
63,9 |
17,4 |
9,0 |
|
2-2R (schlechtester) |
8,78/9,97 |
10,0 |
50,6 |
19,4 |
20,0 |
|
3-3R |
7,41/8,78 |
16,0 |
56,2 |
19,8 |
8,0 |
|
4-4R |
5,39/7,07 |
18,6 |
62,8 |
10,9 |
5,7 |
|
5-5R |
8,10/10,04 |
5,1 |
65,4 |
19,2 |
10,9 |
|
6-6R (besser) |
1,79/2,50 |
64,7 |
33,3 |
2,0 |
0,0 |
|
7-7R (2.bester) |
3,25/4,64 |
34,5 |
64,3 |
1,2 |
0,0 |
|
8-8R (3.bester) |
3,50/4,53 |
33,3 |
63,1 |
3,6 |
0,0 |
Tabelle 5 - Inzidenz von Doppler Blasenzahlen nach den verschiedenen Tauchgangsprofilen
Im Gegensatz dazu wurden andererseits die höchsten Blasengrade festgestellt, wenn mit einer Geschwindigkeit von 3 m/min ohne Stopp direkt zur Oberfläche aufgestiegen wurde (Profil 2).
In früheren Studien anderer Autoren wurden solch hohe Ergebnisse
mit einem erhöhten DCI-Risiko assoziiert.
Entsprechend zeigte diese Studie, dass ein langsamer, linearer Aufstieg mehr
Blasen
produzieren kann als ein schnellerer Aufstieg mit zwei zusätzlichen Stopps;
einem tiefen Stopp und einem Stopp auf einer flacheren Tiefe.
Außerdem wurde gezeigt, dass die beste Methode zur Verringerung der Blasenbildung,
etwas das normalerweise nach dem Wiedererreichen der Oberfläche nachgewiesen
werden kann, die Kombination aus einer Aufstiegsgeschwindigkeit von 10 m/min,
einem Stopp auf etwa halber erreichter Maximaltiefe und einem Stopp auf 5
Metern Tiefe mit einer Dauer von 3 - 5 Minuten ist.
Diese Beobachtungen deuten auf die Notwendigkeit, die Dekompressionsstrategien
für die schnelleren Gewebekompartimente zu überdenken, um die Tauchsicherheit
zu verbessern.
Die Einführung eines Tiefenstopps während des Aufstiegs scheint die mit dem
Doppler gemessenen Blasenzahlen und die Stickstoffspannung in den schnellen
Geweben, die mit dem im Rückenmark stattfindenden Gasaustausch in Beziehung
gebracht werden kann, signifikant zu reduzieren. Die Autoren kommen daher
zu der Schlussfolgerung, dass der Tiefenstopp die Inzidenz neurologischer
Dekompressions-Erkrankung signifikant senken kann.
Allerdings sollten noch weitere Studien durchgeführt werden, um die direkte
Korrelation zwischen der Senkung der präkordial gemessenen Blasen, der Gewebespannung
in den so genannten schnellen Kompartimenten und dem Auftreten von DCI nachzuweisen.
Diese Beobachtungen und Schlussfolgerungen beziehen sich ausschließlich auf
die untersuchten Sporttauch-Tauchgangsprofile.
Die Ergebnisse dieses Experiments können daher derzeit ohne weitere Studien
und spezifischere Analyse nicht extrapoliert und auf Tauchgänge übertragen
werden, für die größere Tiefen oder längere Tauchzeiten geplant sind.
Die ungekürzte Fassung der Studie über Tiefenstopps:
„Die Einführung eines Tiefenstopps bei einem Aufstieg aus 25 m Tiefe senkt sowohl die vom Dopplersystem aufgezeichneten Blasenzahlen als auch die vom Tauchcomputer für die Gewebe mit einer Halbzeit von 5 bzw. 10 Minuten geschätzten Stickstoffspannungen im Gewebe in signifikanter Weise." können Sie auf der DAN-Website (www.daneurope.org) nachlesen (nur in englisch).
[1] Bei Tauchgängen auf 24 m und tiefer steuert das 5-Minuten Kompartiment die Dekompression, da es schnell aufsättigt und beim Aufstieg schnell übersättigt wird. Bei solchen Tauchgängen ist ein Unterwasserstopp auf 6 bis 15 m sehr wirkungsvoll, um das schnelle Komportiment zu klären. Im Gegensatz dazu ist die Einführung eines tiefen Stopps bei flachen Tauchgängen mit langen Grundzeiten weniger effektiv; hier sind die langsamen Gewebe führend und ein Stopp von 3 oder 5 Minuten Dauer wird weniger wirkungsvoll.
[2] ) Interessanterweise traten die Blasen, wie schon bei anderen derartigen Doppler Studien, erst 30 bis 40 Minuten nach dem Wiedererreichen der Oberfläche auf. Nach Wiederholungstauchgängen traten allerdings bei 85 % der Tauchgänge Blasen auf, bei 18 % mit geringem Blasengrad (auf der Spencer Skala 1 - 2), aber bei dramatischen 67 % mit hohen Blasengraden von 3 - 4, die mit einer erhöhten DCS-Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang gebracht werden.
[3] Dies steht im Gegensatz zu den meisten heutigen Dekompressionstabellen und Computeralgorithmen, die auf Haldane'scher Gasaufnahme und -abgabe in den Körpergeweben ohne Tiefenstopp beruhen. Die Daten zeigen, dass diese „gelöste Gas” Theorien bisher durchschnittlich bei etwa 30 %-iger Häufigkeit sog. „stille Blasen” an der Oberfläche zur Folge haben, die über dem Herzen mit Hilfe der Dopplertechnik abgehört und aufgezeichnet werden können. Allerdings ist ihr Bezug zu DCS bislang ungeklärt.
Mikrobläschen und Sicherheitsstopps (Text von Helmut Buchner,Stand Herbst 2006.)
DAN (Divers Alert Network) hat nachgewiesen, dass schnelle bis mittlere Gewebe (mit Halbwertszeiten von 20 – 80 min) etwa 30 min nach jedem „konventionellen" Tauchgang messbare Mikrobläschen bilden, auch wenn die Dekompressionsvorschriften eingehalten worden sind. Die Bläschen werden vom venösen Blut in die Lunge geschwemmt und dort in den Kapillaren festgehalten bis sie sich wieder aufgelöst haben. Die Lunge wirkt als „Blasenfilter". Sog. stille Bläschen (silent bubbles) erzeugen daher noch keinerlei Symptome. Man stellt sich vor, dass durch die Verminderung des Umgebungsdruckes während des Aufstiegs Gas vom Gewebe ins Bläschen diffundiert, welches aus einem „Blasenkern" an der Gefäßwand zu wachsen beginnt (wie man es auch in einem Glas Bier beobachten kann). Die Wachstumsgeschwindigkeit steigt mit der Druckdifferenz zwischen Gefäßwand und Blut. Die Bläschen lösen sich ab und werden vom Blut in die Lunge geschwemmt. Wenn sie in den arteriellen Kreislauf gelangen, bleiben sie schließlich wieder an einer Gefäßwand (Kapillare) hängen, Blutplättchen lagern sich an und eine Abwehrreaktion (Entzündung) wird hervorgerufen. Die entstehenden Schwellungen verschließen die Gefäße und es entstehen die Symptome der Dekokrankheit. In der Dekokammer werden die Bläschen zusammengedrückt. Das Gas diffundiert zurück ins Gewebe und die Größe der Bläschen verringert sich wieder. Sauerstoff mit erhöhtem Druck und Flüssigkeitszufuhr beschleunigen den Abbau der Blasen und damit der DCS-Symptome. Es wird vermutet, dass sich die Gasblasen mit Gerinnungsprodukten des Blutes umkleiden, welche während der Dekompression wieder abgebaut werden müssen, so dass die Gewebe das Gas anfänglich langsamer abgeben als sie es aufgenommen haben. Der Blasenabbau in der Lunge wird jedenfalls verlangsamt, wenn viele Blasen eingeschwemmt werden. DAN stellte fest, dass es Taucher gibt, welche bei identischen Tauchgängen fast keine Blasen erzeugen und andere, welche große Blasenmengen entwickeln und daher ein wesentlich größeres „Blasenrisiko" haben. Prof. Marroni, Präsident von DAN Europe, entdeckte, dass durch „extra tiefe Sicherheitsstopps" während des Aufstiegs die Bläschen auch bei „Risikotauchern" vermieden werden können. Prof. Bühlmann hat sich mit seinem Gewebemodell in zivilen Tabellen und Tauchcomputern weltweit durchgesetzt. Die Dekostufen wurden so gewählt, dass am Beginn einer Dekopause der höchstzulässige Überdruck eines Gewebes (M-value) erreicht wird. Auch wenn der Taucher die Vorschriften der Tabelle einhält, werden durch den langen, gleichförmigen Aufstieg auf relativ geringe Dekotiefen Mikrobläschen gebildet, die mit einem Dopplerdetektor gemessen werden können. Die Bläschen sind so klein, dass sie symptomlos ertragen werden und daher als „silent bubbles" bezeichnet werden. Größere Tiefen sind nur mit „neuen" Gasmischungen erreichbar und daher begann man nach einem universal anwendbaren Rechenmodell für die Dekompression mit unterschiedlichen Atemgasen zu suchen. Es wurde nicht nur die Diffusion des gelösten Gases in den verschiedenen Geweben untersucht, sondern auch das Verhalten des Gases in den Mikrobläschen, also in der freien Gasphase. Aus dem Verhalten der Blasen wurde abgeleitet, dass Dekostopps von Bläschenmodellen wesentlich tiefer sein müssen als von konventionellen Gewebemodellen. Im Extremfall können die Unterschiede einige „bar" ausmachen. Prof. Brian Hills (Australien) entwickelte aufgrund von Experimenten zur Erforschung der Blasenentwicklung ein thermodynamisches Modell. Um Bläschen zu vermeiden, schrieb er neue Tabellen mit sehr langsamen Aufstiegsgeschwindigkeiten und wesentlich tieferen Dekostopps vor. Trotz der theoretischen Begründung und der experimentellen Bestätigung seiner Arbeit und trotz praktischer Erfahrung wurde Hills belächelt. Seine Tabellen waren damals zu unkonventionell. Die Einführung der Dopplermessungen bestätigte schließlich Hill's Vermutung, dass die langen gleichförmigen Aufstiege der USN-Tabelle auf geringe Dekotiefen die Blasenbildung begünstigten. Inzwischen hat sich allgemein die Überzeugung durchgesetzt, dass die Entstehung von Mikrobläschen durch geeignetes Aufstiegsverhalten vermieden werden soll und kann. Das Varying Permeability Model (VPM) wurde entwickelt, um das Verhalten der Bläschen während des Aufstiegs zu beschreiben. Der tiefe erste Stopp sollte sicherstellen, dass das Gas in Lösung blieb und durch die Blutzirkulation fort getragen werden konnte, anstatt in die Bläschen zu diffundieren.
Prof. Wienke (USA) erweiterte das Modell nach einer langen Vorlaufzeit für Wiederholungstauchgänge zum Reduced Gradient Bubble Model (RGBM), welches heute bereits in einigen Tauchcomputern implementiert ist. Bei der herkömmlichen Dekompression steigt ein Taucher auf möglichst geringe Tiefe bis zur Grenze der Blasenbildung auf, um möglichst schnell aus dem Wasser zu kommen. Dabei wird die Bildung von „silent bubbles" in Kauf genommen. Die Dekompression nach Blasenmodellen versucht hingegen in möglichst großer Tiefe das Gas in den Geweben in Lösung zu halten, damit es durch Diffusion in den Blutkreislauf übergehen kann und keine Blasen entstehen. Sobald Blasen entstehen, müssen sie ja auch wieder abgebaut werden. Die Bläschen sitzen in den Geweben. Es gibt mehr kleine als große Bläschen. Sie sind von einer dünnen elastischen Haut umgeben, welche den Gasaustausch behindert. Bläschen können wachsen oder schwinden, je nachdem ob der Druck im umgebenden Gewebe größer oder kleiner ist als der Druck im Bläschen. Ist der Gewebedruck größer, so wandert Gas durch das Häutchen ins Bläschen und es beginnt zu wachsen. Ist er kleiner, so wandert das Gas zurück und das Bläschen schwindet. Die Gewebedrücke werden bei Bläschenmodellen gleich berechnet wie bei den üblichen Haldane-Diffusionsmodellen. Wenn der Druck im Bläschen gleich groß ist, wie der hydrostatische (mechanische) Umgebungsdruck, herrscht Druckgleichgewicht und die Größe des Bläschens kann sich „stabilisieren". Es schrumpft durch seine Oberflächenspannung auf seine ursprüngliche Größe. Beim Abstieg werden die Bläschen zusammengedrückt und ihre Oberfläche wird verringert. Somit wird der Querschnitt, durch den der Gasaustausch stattfinden kann, eingeengt und der Gasdurchfluss durch das umgebende Häutchen eingeschränkt. Der Druck im Bläschen ist beim Abstieg größer als im Gewebe, das Gas wandert daher vom Bläschen ins Gewebe. Beim Aufstieg sinkt der Umgebungsdruck, so dass der Druck im Bläschen kleiner wird als der Gewebedruck. Gas wandert daher vom Gewebe ins Bläschen und es beginnt zu wachsen. Die Oberfläche der Blase wird vergrößert. Somit kann mehr Gas durch das abgrenzende Häutchen hindurch wandern. Wenn der Gasaustausch zu langsam ist um das Gas mit dem Blut abzutransportieren, wächst das Bläschen immer schneller. Die Anfangsgröße einer Blase ist somit entscheidend, ob sie sich nach einem Aufstieg immer weiter vergrößert oder wieder verkleinern wird. Wenn das Bläschen zu groß war reicht die Gasdiffusion nicht mehr aus. Das Bläschen wächst weiter, löst sich ab und wird in die Lunge geschwemmt. Deshalb sind Blasenmodelle bestrebt, die Bläschen in tiefen Stopps klein zu halten. Während der Abbau gelöster Gase (Gasdiffusion) am schnellsten in möglichst geringer Tiefe unter Bildung von „silent bubbles" erfolgt, werden Mikrobläschen (freie Gasphase) in möglichst großer Tiefe „aufgelöst". Der bisher verwendete 3 m Nullzeitstopp ist dazu nicht geeignet. Er wird daher in 5 m Tiefe verlegt und dient zum Blasenabbau und vor allem zur Sicherstellung des Druckausgleiches in den Alveolen. Die wirksamste und daher schnellste Dekompression ergibt sich mit reinem Sauerstoff in der größtmöglichen Tiefe von 6 m. Während man in der Anfangszeit der Computer einem Taucher empfahl, am Grenzwert des Gewebeüberdrucks entlang aufzusteigen (ceiling), tendieren „Technische Taucher" heute zu möglichst tiefen Dekostufen (floor). DAN und andere empfehlen seit einigen Jahren, den tiefen Sicherheitsstopp, damit der Grenzwert des Gewebeüberdrucks nicht mehr erreicht werden kann. Auch mit Computern muss die Dekompression mit einem tiefen Stopp (3 min in halber Tiefe) eingeleitet werden und die Stufendekompression muss tiefer beginnen, als der Computer anzeigt. So kann erfolgreich verhindert werden, dass der M-Point eines Gewebes erreicht wird. Der tiefe Stopp ist die wirksamste Methode um den Gasdruck der schnellen Gewebe abzubauen. Die schnellsten Gewebe können sich bei einem Aufstieg mit 10 m/min bereits entladen, während langsame immer noch aufgeladen werden. Die Halbierung der Aufstiegsgeschwindigkeit auf 5 m/min (in den letzten 5 m vom Nullzeitstopp zur Oberfläche) ist ein wesentlicher Beitrag zur Vermeidung von Blasen, besonders am Bergsee.
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