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Giftige Meerestiere – Hilfe bei Verletzungen

Vorbeugung als Grundsatz

 

Ø     Der Taucher sollte einen Abstand von der Länge der dreifachen Körperlänge des jeweiligen Tieres wahren.

Ø     NICHTS angreifen

Ø      Zweckmäßige Ausrüstung, wie langärmliger Anzug, Handschuhe und Füßlinge, um das Risiko. etwa auf einen Steinfisch zu treten oder an nesselnde Korallen zu stoßen, passiv zu verringern.

 

Zwei Gruppen von Gifttieren

1.     Passiv giftige Tiere ohne spezifischen Giftapparat

Durch das Verspeisen des Tieres kommen die Giftstoffe über den Verdauungstrakt in den Körper des Menschen.

Wir unterscheiden hier natürliche Gifte, wie bei bestimmten ungenießbaren Tieren und Schwermetalle (z.B. Quecksilber), Insektizide oder Pflanzenschutzgifte, die in den Tieren gespeichert werden, ohne ihnen selbst zu schaden.

1. Hilfe:

Ø      Erbrechen und Durchfall nicht stoppen!

Ø      Vergifteten beobachten!

Ø      Im Zweifelsfall zum Arzt bringen

Bei schweren Fisch- oder Muschelvergiftungen ist ein stationärer Aufenthalt notwendig. Die Therapie besteht aus Magenspülung und anschließender Verabreichung von Aktivkohle zur Neutralisation der Giftstoffe.

Je nach Art des Gifts muss der Vergiftete mindestens 12 Stunden streng beobachtet werden und bei eventuellen Atembeschwerden sogar künstlich beatmet werden.

 

2.     Tiere, die aktiv Gift produzieren und dieses per Stich, Biss oder Berührung in den Körper des "Angreifers" übertragen.
Verletzungen durch Nesseltiere: Quallen, Korallen, Würmer…

Oft bleiben, vor allem beim Kontakt mit Quallen, Nesselkapseln oder Tentakel an der Haut des Tauchers haften.

 

1. Hilfe:

Ø      Diese rasch entfernen!

ACHTUNG! Der Helfer muss sich durch Handschuhe. Handtücher etc. selbst schützen, sonst droht auch ihm eine Vernesselung! NIEMALS mit SÜSSWASSER abwaschen!
Durch Wasserkontakt saugen sich
die Nesselkapseln voll. platzen und setzen weiteres Nesselgift frei!

Zum Abwaschen bewährt hat sich Essig (5%-tiger Küchenessig / Bordkantine!), dadurch wird das Nesselgift neutralisiert. Auch Ammoniumdikarbonatpaste (Backpulver!) soll bei Nesselverletzungen eingesetzt werden können.

 

Ø      Schwere Vernesselungen und Schockzustände oder unerträgliche Schmerzen benötigen so rasch wie möglich professionelle ärztliche Betreuung.

Bei der Quallenart "Portugiesische Galeere" werden, im Gegensatz zur Behandlung anderer Nesselverletzungen, Coolpacks oder Eisumschläge empfohlen.

Stichverletzungen...

1. Hilfe: (Behandlung rein symptomatisch).

Ø      Mit einer Pinzette die Stacheln entfernen.

Ø      Einstichstelle säubern und desinfizieren (z.B. mit Betaisodona-Lösung).

Falls sich der Stachel nicht ganz entfernen lässt, können Essig oder säurehältige Fruchtsäfte (Citrus) aufgetragen werden. Diese lösen den kalkhaltigen Stachel auf.

Ø      Zusätzlich kann eine orale Schmerztherapie (Tabletten) erfolgen.

 

...durch Seeigel

ACHTUNG: Stachel brechen sehr leicht ab! Die Erstversorgung bei giftigen Seeigelarten ist die gleiche, weiters sollte zur Linderung der Schmerzen durch das Gift eine HITZETHERAPIE erfolgen:

Eintauchen in heißes Wasser (50 - 60"C) oder heiße Umschläge.

Auch eine brennende Zigarette. die nahe an die verletze Stelle gehalten (nicht in der Wunde ausgedämpft!) wird, tut ihren Zweck. Jeweils so lange, wie es für den Verletzen gerade noch erträglich ist. Durch die hohen Temperaturen werden die hitzelabilen Eiweißstoffe vieler Gifte denaturiert.

 

...durch Borstenwürmer

Die feinen Stacheln der Borstenwürmer können mit einem Klebeband gut entfernt werden.

 

...durch Dornenkronen (Seesterne)

Zur Linderung der Schmerzen kann an der Einstichstelle ein Lokalanästhetikum aufgetragen werden.

 

...durch Rotfeuer- und Steinfische

Verletzungen durch diese Tiere werden als extrem schmerzhaft beschrieben, es wird

sogar von tödlich endenden Unfällen berichtet.

Ø      sofort mit der HITZETHERAPIE starten

Ø      den / die Verunfallte rasch zum Arzt bringen!

Schmerzmittel. sogar Opiate. werden als unwirksam beschrieben,
lediglich lokale Schmerzmittel bringen Linderung.

 

...durch Drachenköpfe / Petermännchen

Diese Fische sind in europäischen Meeren häufig und besitzen wie z.B. Rotfeuertische giftige Flossenstacheln. Gleiches Therapieprinzip wie bei allen Stichverletzungen:

Ø      Stachel entfernen

Ø      Wunde reinigen und desinfizieren

Ø      HITZETHERAPIE

Ø      symptomatisch Schmerzmittel geben

Ø      den Verletzten beobachten und ggf. zum Arzt bringen

 

...durch Stachelrochen

Stachelrochen sind per se nicht giftig, Stiche hinterlassen aber oft tiefe, verschmutzte Wunden, die chirurgisch versorgt werden müssen.

Primäre Wundversorgung:

Ø      Wunde reinigen

Ø      Blutung stoppen.

Eine nachfolgende Behandlung mit Antibiotika ist meist notwendig.

 

Bissverletzungen

Bissverletzungen kommen durch giftige Meerestiere praktisch nicht vor, dennoch sind auch kleine Wunden, gerade von Aasfressern, wie z.B. Muränen verursacht, meist mit Keimen verunreinigt, die zu Infektionen führen können.

1. Hilfe:

Ø      Primäre Wundversorgung (s.o.)

Ø      Verletzten ggf. zum Arzt bringen (eventuelle Behandlung mit Antibiotika).

Sehr selten passieren Bissverletzungen durch giftige Seeschlangen; die Symptome wie Atembeschwerden, Muskelschmerzen Übelkeit und starrer Gesichtsausdruck treten erst ein his drei Stunden nach dem Biss auf.

1. Hilfe: (auch hei Verdacht)

Ø      sofort Kompressionsverband anlegen

Ø      Verletzten sofort zum Arzt bringen, der das jeweilige Antiserum verabreicht.

 

 

 

Vorbeugung ist der beste Schutz vor Verletzungen durch giftige Meerestiere,also:

 

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